Freiburg. Impulse, Diskussionen, Informationen oder auch digitaler Austausch: Die neue „Initiative Demokratie“ in der Erzdiözese Freiburg will in verschiedenen Formen Flagge für die freiheitliche Demokratie zeigen. Passend zur heißen Phase der Landtagswahl fällt der offizielle Startschuss der Initiative mit einer Vielzahl von Angeboten und einem Logo als Wiedererkennungsmerkmal.
Erzbischof Stephan Burger betont die Sinnhaftigkeit dieses neuen Netzwerks. „Jeder Mensch ist ein Ebenbild Gottes – das begründet seine Würde und ist das Fundament für uns als Christen“, sagt der Erzbischof. „In der Demokratie lässt sich diese unantastbare Würde am besten verwirklichen und schützen. Deshalb setzen wir uns als Erzdiözese gemeinsam mit unseren Verbänden und Einrichtungen aus voller Überzeugung für unsere freiheitliche Grundordnung ein.“ Die Initiative will Brücken bauen, Räume schaffen, in denen verschiedene Stimmen Gewicht haben und eine Gesellschaft voller Respekt, Teilhabe und Vertrauen schaffen.
Wer ist dabei?
Unter dem Dach der Initiative Demokratie engagieren sich gemeinsam das Erzbischöfliche Seelsorgeamt mit dem Referat Kirche in Gesellschaft und Politik, das Bildungswerk der Erzdiözese Freiburg, die Katholische Akademie, der Caritasverband für die Erzdiözese Freiburg, der Bund Deutscher Katholischer Jugend und die Arbeitsgemeinschaft Katholischer Erwachsenenverbände. „Wir zeigen gute Praxis, unterstützen Engagierte und fördern den offenen Austausch über Meinungen und Haltungen – damit Demokratie lebendig bleibt“, erklärt Mit-Initiator Sebastian Friese, der als stellvertretender Leiter des Bildungswerks die politische Bildung mit Leben füllt.
Demokratie ist eine Haltung, die aus unserem Glauben erwächst, halten die Aktiven der Initiative fest. Sie beginne mit jedem Wort, jeder Begegnung, jedem offenen Ohr. Daher heiße Demokratie auch, Verantwortung zu übernehmen, sich sichtbar machen, die Gemeinschaft stärken – auf der großen, aber auch auf der kleinen Bühne.
Wo gibt es Infos?
Wie der Glaube braucht Demokratie Räume zum Hinhören, Reden und zum Miteinander, verweisen die Initiatoren auf die vielfältigen Aktionen. Auf der neuen Internetseite www.ebfr.de/demokratie befindet sich eine Übersicht, die angesichts der bevorstehenden Landtagswahl umfassend gefüllt ist. Enthalten sind unter anderem verschiedene Termine mit Gesprächsrunden/Podiumsdiskussionen der Verbände und der Betriebsseelsorge, die digitale Reihe „Caritas öffnet Türen“ oder auch ein Glücksrad-Quiz zur Landtagswahl des Bildungswerks. Es geht Akteurinnen und Akteuren aus der Jugendarbeit über das Bildungswerk bis hin zu den Verbänden dabei an verschiedenen Orten im Bistumsgebiet darum, auf unterhaltsame Art und Weise mit Menschen über die Landtagswahl ins Gespräch zu kommen.
Welche Veranstaltungen stehen an?
In Karlsruhe lädt das Jugendhaus, Steinstraße 31, vor der Wahlparty am 8. März zu einem Pub-Quiz am Montag, 23. Februar, 19 Uhr, ein. Bei spannenden Fragen rund ums „Ländle“ der Landeszentrale für politische Bildung können Jugendliche und junge Erwachsene sich zur anstehenden Wahl austauschen und sich eine Meinung bilden.
Mit einem Besuch der Bundesanwaltschaft, Brauerstraße 30, ermöglicht das Bildungszentrum Roncalli-Forum Karlsruhe am Mittwoch, 11. März, 14 Uhr, Einsichten in die Institution, die für die konsequente Strafverfolgung aus dem Bereich des Terrorismus und der Spionage sowie den Verbrechen nach dem Völkerstrafgesetzbuch steht.
Der Caritasverband Baden-Baden lädt gemeinsam mit der Kolpingsfamilie Baden-Oos zu einer Infoveranstaltung „Pizza trifft Politik“ am Mittwoch, 25. Februar, 18 Uhr, ein. Der persönliche Austausch mit den Landtagskandidaten findet im Gemeindehaus der Friedensgemeinde, Schwarzwaldstraße 131, statt.
„Hey KI, wen wähl‘ ich im Ländle?“ lautet der Titel einer Ausstellung mit Lesung im Bildungszentrum Villingen, die am Dienstag, 3. Februar, eröffnet und bis zum 8. März zu sehen sein wird. Gezeigt werden KI-generierte Bilder, die auf Grundlage der aktuellen Landtagswahlprogramme erstellt wurden.
In der Schwenninger Innenstadt heißt es am Samstag, 21. Februar, 10 bis 12 Uhr: „Wir stehen für Menschenwürde und Demokratie“. Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen bietet rund um die Fahrradkirche Sancta Carla Infos und Gesprächsangebote.
Christinnen und Christen sind in St. Fidelis, Romäusring 20, in Villingen unter dem Titel „Gräben über -Brücken“ am Samstag, 28. Februar, 19 bis 21 Uhr, im Gespräch vor der Landtagswahl. Dies erfolgt in einem Council, einer rituellen Form des achtsamen und gewaltfreien Sprechens und Hörens.
„Familien vor der Wahl“ lautet der Titel eines Gesprächs über Familienpolitik am Montag, 2. Februar, 19.30 Uhr, im Bürgerhaus Freiburg-Zähringen, Lameystraße 2. Mit dabei sein werden zehn Freiburger Landtagskandidaten, die in kleinen Tischrunden mit Bürgern diskutieren wollen.
Am Dienstag, 3. Februar, gibt es in Freiburg eine Infoveranstaltung unter dem Titel „Fake News – falsche Nachrichten in sozialen Medien“. Praktische Tipps stehen unter anderem an, wie Fake News erkannt werden können und welche Vor- und Nachteile für die Demokratie mit sozialen Netzwerken verbunden sind.
Der Badische Dialog mit dem Alt-Bundespräsidenten und Theologen Joachim Gauck beschäftigt sich am Donnerstag, 5. März, von 10 bis 16.30 Uhr mit dem Thema „Verlust der demokratischen Kultur – Christinnen und Christen in der Verantwortung“. Im Collegium Borromaeum in Freiburg als Referentin mit dabei sein wird auch die Präsidentin des Bundesarbeitsgerichts, Inken Gallner. Erzbischof Stephan Burger und Landesbischöfin Heike Springhart von der Evangelischen Landeskirche Baden bringen sich ebenso in die Diskussion ein.
Zu einer Podiumsdiskussion mit Landtagskandidaten wird für Dienstag, 24. Februar, 19.30 Uhr, ins Pfarrzentrum St. Georg, Hartkirchweg 50b, eingeladen.
Geben wir unsere Freiheit auf? Unter dieser Fragestellung lädt die Katholische Akademie zu Lesung und Gespräch mit dem Berliner Schriftsteller und Publizisten Marko Martin ein. Die Veranstaltung findet am Montag, 9. Februar, 19 Uhr, im Erzbischöflichen Priesterseminar Collegium Borromaeum in Freiburg sowie online statt.
Kurzinfo
Diese und weitere Termine zur Landtagswahl gibt es unter www.ebfr.de/demokratie. Neu gemeldete Veranstaltungen werden hier laufend hinzugefügt.
(mf)


